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    Preisträger 2017

    Preisträger in der Kategorie Sachbuch/Essayistik

    Barbara Stollberg-Rilinger: "Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit"
    (Verlag C.H.Beck)

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    Über das Buch

    Eine "Weiberherrschaft" war im 18. Jahrhundert an sich nicht ungewöhnlich – neu aber war, dass Kaiserin Maria Theresia das Geschäft des Regierens als ihre persönliche Aufgabe ernst nahm. Damit unterschied sie sich von vielen europäischen Monarchen, die lieber ihren Neigungen nachgingen und die Amtsgeschäfte anderen überließen. Gestützt auf zahllose, mitunter kaum bekannte Quellen lässt Barbara Stollberg-Rilinger in ihrer bahnbrechenden Biographie die Verhältnisse am Habsburger Hof lebendig werden, ordnet die Person in die Traditionen ihrer Zeit ein und reflektiert dabei das Geschlecht ihrer „Heldin“ immer mit, ohne es zum Zentrum zu machen.

    Die Begründung der Jury

    Barbara Stollberg-Rilingers große Biographie über die Habsburgerin ist tatsächlich bahnbrechend: Zum einen rückt sie eine der bedeutenden Gestalten in der europäischen Geschichte endlich in das ihr gebührende Licht. Und dieses Licht ist postmodern, so wie sie es selber formuliert. Sie sucht nicht die geheime Wurzel, den Generalschlüssel zur Person, so wie es viele Autoren oft genug versuchen und sich dabei selber täuschen. Sie beschreibt stattdessen dieses Leben als Inszenierung eines Spiels in vielen verschiedenen, aber gleichzeitigen Rollen. Natürlich kommt auch die Liebende vor, die Frau, die Mutter von 16 Kindern, Wut, Enttäuschung, Tränen. Aber Barbara Stollberg-Rilinger stützt sich nie auf die morsche Krücke der Psychologisierung. Es gelingt der Autorin, eine ganze Epoche durch diese Gestalt zu erschließen. Unzählige Quellen werden bezwingend von ihr arrangiert und gedeutet, Barbara Stollberg-Rilingers Stil ist glänzend, von dezenter Eleganz. Maria Theresia ist keine Angela Merkel des 18. Jahrhunderts. Aber diese Biographie schärft dennoch unseren Blick auf Rituale und Zeremonien heute und deren Logiken. Die symbolische Ordnung und die Welt der Zeichen in unserer Gegenwart des 21. Jahrhunderts: Sie sieht man nach der Lektüre präziser, unbestechlicher gleichsam in einem anderen Licht. Mit dem Begriff „Meisterwerk“ sollte man ja lieber sorgsam haushalten. Aber manchmal wäre es ein sachlicher Irrtum, das M-Wort nicht auszusprechen. Also: Diese Biographie ist ein Meisterinnenwerk.

    Autor

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    Copyright Rechte ungeklaert

    Barbara Stollberg-Rilinger, 1955 geboren, lehrt als Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Münster. Sie wurde für ihre Forschung mehrmals ausgezeichnet, u.a. mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis. Sie veröffentlichte Monographien und Studienbücher, zuletzt Rituale (Campus Verlag, 2013) und Des Kaisers alte Kleider: Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches (C.H. Beck 2013).

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